Beluga zu Tour 2
BELUGA-Reisebericht :
Leinen los und los!
Der Maaskanal
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Canal de la Meuse, früher Canal de l'Est branche nord,
die kanalisierte Maas in Frankreich.
der neue Name des Canal de l’Est ist Canal de la Meuse
Kommt man von Holland über Belgien die Maas bergwärts, ist Givet der Grenzort zu Frankreich. An der Schleuse les Quatre Cheminées erhält man seine Vignette und einen Drücker für die Schleusen, denn erst mal sind sie automatisée.

direkt nach der Grenze empfängt uns die französische Wirklichkeit : Achtung Brückenhöhe
Die erste Brücke macht uns überdeutlich, dass wir jetzt in Frankreich sind.
"Achtung Höhe"
Beluga ist bereits für die kleinen Penischen-Schleusen präpariert. Genug Fender an den richtigen Stellen, auf dem Bug eine Stange, die exakt 3,50 m über dem Wasserspiegel ist, wenn sie kratzt, dann ist hinten unser Bimini in ernster Gefahr.


Oberhalb Givet wurde eine besonders große Schlinge der Maas mit einem Tunnel abgeschnitten. Eine Schleuse, der Tunnel, eine Schleuse.
In der ersten Schleuse steht ein Sportboot und kann nicht ausfahren, das Tor geht nicht auf. C'est la vie!
Der herbeigerufene Eclusier setzt die Mechanik aber ruckzuck wieder in Gang und hilft uns dann sogar die Taue hoch über unseren Köpfen zu belegen.
Ein Füllhorn an Zeit muss jeder mitbringen, der Frankreich mit dem Boot bereist. Nie kann man wirklich sicher sein, dass nicht irgendwo eine Schleusenwand oder ein Kanal eingebrochen ist oder eine Mechanik gerade Mal einen Aussetzer hat.
Es schüttet derart, dass man das Gesicht nicht nach oben wenden kann ohne Gefahr zu laufen zu ertrinken.
Wie heißt es im Struwwelpeter?
Wasser läuft dem armen Wicht aus den Haaren ins Gesicht, aus den Kleidern, von den Armen und es friert ihn zum Erbarmen! So ähnlich!!!
Bis der Schleusenvorgang vorbei ist, sind wir trotz Regenjacken nass bis auf die Haut.
Wen wundert es? Wir sind in den Ardennen!
Hotel de Ville Givet
Über den Glockenturm der von Baumeister Vauban errichteten Kirche schrieb Viktor Hugo:
Der ehrenwerte Architekt hat die quadratische Mütze eines Priesters oder Advokaten genommen, darüber eine Salatschüssel gestülpt, auf den Boden der Salatschüssel eine Zuckerdose gestellt, auf die Zuckerdose eine Flasche, auf die Flasche eine sonne, deren unterster Strahl im Flaschenhals steckt, und schließlich hat er auf die sonne einen Hahn gesetzt.
Givet-Notre-Dame, das einstige Industrieviertel rechts der MAAS nach dem Regen
272 km kanalisierte Maas und 59 Schleusen liegen vor uns. Sie führen durch eines der schönstens Flusstäler und Wassersportreviere Frankreichs. Die Ardennen-Maas
suchte sich ursprünglich in einem durch Erosion abgeflachten Gelände ihren Lauf, wobei sie jedem Hindernis auswich. Als sich später der Untergrund hob, entstanden zahlreiche tief eingeschnittene Windungen. Die Mäander der Maas.

Die vielen Regenfälle der letzten Tage haben ihren Wasserspiegel enorm ansteigen lassen. Die Wehre sind gezogen, das Wasser schieß mit 5 - 8 km zu Tal. Es vermittelt den Hauch einer Ahnung mit welcher Wucht die Maas unterwegs war, als keine Wehre und Schleusen ihren Lauf stoppten.
Als sich Schleuse 51 vor uns öffnet stehen wir vor einem dicken Teppich aus Ästen, Pflanzen, Balken, Stöcken, eben alles was ein Fluss bei hohem Wasserstand so mit sich nimmt.
Obwohl wir uns nur im Standgas hindurch wühlen, haben wir den Propeller voller Schlingpflanzen.
Beluga hat bereits eine Schneise in den angeschwemmten Unrat geschlagen, da kann Devota gefahrlos durch
Schleuse 50 kämpft ihrerseits mit dem angeschwemmten Unrat. Unterhalb der Schleuse rammt uns fast ein Charterboot und als wir oben ausfahren wollen geht das Tor nicht auf. Ein Holzbalken hat sich dahinter verkeilt. Dann folgt ein Becken, ein Tunnel und dahinter geht es quer direkt in den Fluss. Beluga braucht gehörig Gas, damit ihr die Strömung nicht das Heck wegzieht.

Ein gutes Stück vor und hinter Ecluse 48 erheben sich Steilhänge am linken Ufer, die man kaum eindrucksvoller und dramatischer irgendwo findet. Les Dames de Meuse.
Die Legende berichtet, dass hier die untreuen Frauen dreier Ritter zu Stein verwandelt wurden. Parallel zum Fluss erhebt sich ein bewaldeter Höhenzug. Er erreicht eine Höhe von 393 m und fällt 250 m steil ab zur Maas.
Um jede Kehre wird das Panorama beeindruckender. Eine Bilderbuchlandschaft in grün. Üppiger kann Natur nicht sein.
Um hier zu verweilen, hat die Gemeinde Château Regnault einen Steiger gestiftet. "Gestiftet" ist wörtlich zu nehmen, Liegen, Strom und Wasser sind hier kostenlos.

Man könnte die gleichnamige vom Sonnenkönig zerstörte Burgruine besichtigen, oder eine Wanderung zu den steilen Felsen Le Rocher des Quatre Fils Aymon machen. Ihre Form soll das legendäre Pferd Bayard und die vier Söhne des Aymon (Haimon) darstellen, die bei Karl dem Großen in Ungnade fielen und von den Männern des Kaisers bis in ihr Bergversteck über der Maas verfolgt wurden.
Zwei holländische Skipper liegen hier seit 4 Tagen fest, wegen des Hochwassers war die Schifffahrt eingesellt.

die drei Grazien von Chateau Regnault
Hochwassermarken der Maas
Charleville-Mèziérs hat einen neuen Jachthafen gebaut. Sehr komfortabel und nahe der Stadt. Leider ist die Brücke über der Hafeneinfahrt nur 3 m hoch. Für uns heißt das weiter vorne in der Flussschleife am Campingplatz mit Versorgung oder am gegenüberliegenden Ufer an der Mole anlegen.
Auf jeden Fall ist Charleville einen Besuch wert, schon alleine um den von Arkaden gesäumten Place Ducal zu bewundern.
Früher gab es auf diesem Platz täglich einen großen Markt, heute dient er leider nur noch als Parkplatz.
der Place Ducal in Charleville
einen Namensveter mit leckerem Brot gibt es hier auch
Schleuse 42 bringt das Boot zurück in den Fluss. Sie ist abenteuerlich hoch und hat keine Festmacher in erreichbarer Höhe. Doch man kann sich entspannen, denn von oben senkt der Schleusenmeister einen Fanghaken herab. Die Entspannung weicht sofort gespannter Aufmerksamkeit, wenn der Eclusier die Schütze öffnet und eine
3 m lange Fontäne einen Meter hoch in die Kammer schießt.

Die Maas wird jetzt schmäler, dafür wird das Tal breiter und die Kanalabschnitte länger. Die Berghänge recken sich weniger steil in den Himmel, ja treten sogar sehr weit zurück. Ein sanftes Weideland öffnet sich. Weizenfelder, Maisfelder, dazwischen ein paar kleine Ortschaften. Sanfte Almwiesen auf denen Kühe grasen. Ein Bauer mäht seine Wiese und das ganze Tal duftet würzig nach Gras. Eine friedliche Idylle voller Harmonie und Sanftheit.
Hinter Schleuse 40 zweigt der Ardennenkanal ab und verbindet die Maas mit der Aisne und der Marne. Der Drücker für die Schleusen funktioniert auch hier. Nach zwei Schleusen erreicht man eine Wassertankstelle.
siehe weiter in Tour 3
Die Marne wird im Buch der BELUGA in Gallien 4 kommen aus Tour 3 beschrieben
weitere Informationen: 43 Frankreich | 42.5 Tourplan für 2012 ab Roermond | weitere Informationen: Tourbeschreibung zu 1 | Tourbeschreibung zu 2 | Tourbeschreibung zu 3 | Tourbeschreibung zu 4 | Tourbeschreibung zu 5 | Tourbeschreibung zu 6 bis 8 | 42 Tourplan 2010 u 2011 | 40 Vorbereitung in Emden >>> |



